Alle Artikel
Recht & Normen

Baustellenstreit: wie man zwischen Mediation, Schlichtung und Gericht wählt

Eine Auseinandersetzung auf der Baustelle eskaliert: sofort vor Gericht, oder gibt es andere Optionen?
24. Juni 2026
5 Min. Lesezeit
Eine Uneinigkeit über die Qualität der Arbeiten, ein bestrittener Saldo, eine nicht eingehaltene Frist: Spannungen gehören zum Beruf. Aber direkt vor Gericht zu ziehen ist weder die erste Option noch sogar immer sofort möglich: Das Schweizer Zivilprozessrecht schreibt grundsätzlich einen Schlichtungsversuch vor den meisten Zivilklagen vor.

Die Schritte, in logischer Reihenfolge

1
Direktes und schriftliches Gespräch mit dem Kunden (oft vernachlässigt, löst aber die Mehrheit der Streitigkeiten ohne Kosten)
2
Private Mediation: eine neutrale Drittperson erleichtert den Dialog, ohne eine Entscheidung aufzuzwingen (schnell und kostengünstig, erfordert aber die Zustimmung beider Parteien)
3
Schlichtungsverfahren vor der zuständigen Behörde: vor den meisten Zivilprozessen in der Schweiz für kleinere und mittlere Streitwerte obligatorisch
4
Gerichtsverfahren: nur wenn die Schlichtung scheitert oder der Streitwert die Schwellenwerte für das vereinfachte Verfahren übersteigt
Das obligatorische Schlichtungsverfahren zu überspringen führt zur Abweisung vor Gericht
Bei den meisten Zivilstreitigkeiten ist eine nach dem Schlichtungsversuch ausgestellte Klagebewilligung eine Prozessvoraussetzung: Ohne sie kann das Gericht schlicht nicht auf die Klage eintreten.

Was den besten Weg bestimmt

Der Streitwert: bei einem kleinen Streit übersteigen die Prozesskosten oft den tatsächlichen finanziellen Einsatz
Die Qualität der Kundenbeziehung: eine gütliche Einigung bewahrt eine Geschäftsbeziehung, ein Prozess schliesst sie endgültig
Die Solidität des Dossiers: klare schriftliche Beweise (Offerte, Korrespondenz, Fotos) beschleunigen eine Schlichtung erheblich
In fast allen Fällen wiegt die Solidität des Beweisdossiers schwerer als die mündliche Argumentation. Ein klarer Verlauf von Offerten, Rechnungen, Korrespondenz und Baustellenfotos beschleunigt jeden dieser Schritte erheblich.
Ein solides Dossier, bereit im Streitfall
Cantia zentralisiert Offerten, Rechnungen, Korrespondenz und Fotos pro Baustelle, sodass der vollständige Verlauf verfügbar bleibt, falls eine Schlichtung oder ein Verfahren nötig wird.
14 Tage testen →
Häufige Fragen
Muss man in der Schweiz zwingend ein Schlichtungsverfahren vor einem Prozess durchlaufen?
Ja, bei den meisten Zivilstreitigkeiten ist ein Schlichtungsversuch eine Prozessvoraussetzung, bevor das Gericht angerufen werden kann.
Ist die Mediation bei einem Baustellenstreit obligatorisch?
Nein, die private Mediation ist ein freiwilliger Schritt, der die Zustimmung beider Parteien erfordert, im Gegensatz zur Schlichtung, die verfahrensrechtlich vorgeschrieben ist.
Was beschleunigt eine Schlichtung oder einen Streit am meisten?
Ein solides Beweisdossier (unterzeichnete Offerten, schriftliche Korrespondenz, datierte Baustellenfotos) wiegt fast immer schwerer als die mündliche Argumentation.
Ihre Baustellen im Griff, ohne Mehraufwand
Offerten, QR-Rechnungen, Rapporte und Rentabilität pro Baustelle, gebündelt in einem Tool. 14 Tage Testphase, kein Code nötig.